Assuan, das antike Syene, liegt am rechten Nilufer unterhalb des ersten Nilkatarakts. Es hat heute ca. 220.000 Einwohner und ist die südlichste Stadt Ägyptens.

Viele Reisende beschreiben es auch als die schönste (und sauberste) Stadt des Landes, deren Bild geprägt ist vom Kontrast zwischen Flusslandschaft und Wüste und nicht zuletzt von den Segeln der Felukas, die überall auf dem Nil dahingleiten.

Auf jeden Fall erwartet Sie in Assuan die Atmosphäre einer Stadt, die sich - trotz des touristischen und industriellen Aufschwungs der letzten Jahrzehnte – ihre Struktur und einen eher gemächlichen Lebensrhythmus bewahrt hat.

In und um Assuan finden Sie eine Vielzahl von historisch und archäologisch interessanten Orten:

Mitten in der Stadt liegen die beiden Inseln Elephantine und Botanical Island.

Auf Elephantine gibt es ausgedehnte Tempel- und Siedlungsanlagen, deren Urprünge bis in die Zeit der 1. Dynastie (3100 – 2686 v. Ch.) zurückreichen. Die Anlage wird seit 1969 systematisch durch Schweizer und deutsche Archäologen ausgegraben, steht aber für Besichtigungen offen.

Gleich neben der Anlegestelle des öffentlichen Fährbootes finden Sie eines der ältesten Nilometer Ägyptens, das übrigens noch bis Ende des 19. Jahrhunderts genutzt wurde, um den Wasserstand des Nils zu messen.

Das Assuan-Museum präsentiert eine kleine Sammlung archäologischer Fundstücke aus der Region sowie eine Dokumentation der Grabungsarbeiten auf Elephantine selbst.
Ausserdem befinden sich auf der Insel zwei nubische Dörfer und die ausgedehnte Anlage des Mövenpick-Hotels.

Das viel kleinere Botanical Island war in der kolonialen Periode die Privatinsel von Sir Herbert Kitchener, dem Oberbefehlshaber der ägyptischen Armee von 1892 bis 1899, der sie als Geschenk für seine Dienste bei der britischen Niederschlagung des Mahdi-Aufstandes im Sudan (1896-98) erhalten hatte.
Heute ist sie ein gepflegter botanischer Garten, der von Touristen und Einheimischen gern aufgesucht wird.

Sicher werden Sie auch das Basarviertel erkunden, Ihre Fähigkeiten im Handeln erproben und vielleicht traditionelle Handwerksarbeiten oder Gewürze einkaufen.

Sehr empfehlenswert ist ein Besuch des 1997 fertig gestellten Nubischen Museums, das eine hervorragende und nach modernen Standards präsentierte Ausstellung der Geschichte Nubiens von der prähistorischen Periode bis zur Gegenwart zeigt.

Wenn Sie der Straße, an der das Museum liegt, weiter folgen, erreichen Sie das „Nubische Haus“ - ein Café, von dem Sie einen einzigartigen Blick über Assuan und die Katarakt-Inseln genießen. Die beste Zeit hierfür ist der späte Nachmittag kurz vor Sonnenuntergang.

Ebenfalls auf dem Ostufer des Nils, etwas südlich von Assuan, können Sie in einem antiken Steinbruch den „unvollendeten Obelisken“ besichtigen.

Auf der westlichen Nilseite finden Sie weitere historische Stätten: die Felsengräber von Fürsten aus dem Alten und Mittleren Reich, das Mausoleum des Aga Khan, das leider nicht für Besucher geöffnet, aber auf jeden Fall ein sehr eindrucksvolles Bauwerk in der hier beginnenden Wüste ist, und das sehenswerte koptische St. Simeons-Kloster aus dem 7. Jahrhundert.

Etwa fünf Kilometer südlich von Assuan erreichen Sie den alten britischen Staudamm (aus dem Jahr 1902), nach weiteren sieben Kilometern den 1971 fertig gestellten Assuan-Staudamm und den Nasser-Stausee.

Im Nilabschnitt zwischen den beiden Dämmen befindet sich auf einer Insel der Isis-Tempel von Philae. Abends gibt es hier auch eine Sound & Light Show in verschiedenen Sprachen.

Ebenso wie Kalabsha und Beit Wali, die am Ufer des Nassersees liegen, aber leicht von Assuan aus zu erreichen sind, gehört Philae zu den geretteten und „umgesiedelten“ nubischen Tempeln.

Etwas weiter entfernt, jedoch von Assuan bequem im Rahmen einer Tagestour zu erreichen, sind die Tempelanlagen in Abu Simbel, Komombo und Edfu sowie der wöchentlich stattfindende Viehmarkt in Darau.

(In Abu Simbel empfehlen wir allerdings eine Übernachtung, um den Tempel ausserhalb der Konvoizeiten und in Ruhe besichtigen zu können.)